Gedächtnis des Menschen – Ein Wunder der Natur?

Das Gedächtnis des Menschen ist eines der geheimnisvollsten Merkmale, die der Mensch in seiner Gestalt mit sich bringt. Im Gegensatz zu allen anderen Lebewesen auf unserem Planeten ist das Gedächtnis beim Menschen nicht nur besonders stark ausgeprägt, sondern verfügt auch über zahlreiche Funktionen, die wir im Alltag unbewusst nutzen. Doch was ist das Gedächtnis eigentlich und warum ist dieser Punkt für uns Menschen so unglaublich wichtig? Um diese Frage klären zu können, muss man das Gedächtnis auf eine etwas andere Weise betrachten.

Das Gedächtnis – Die Basis für unser Handeln

Das Gedächtnis, welches genau genommen nur einen kleinen Teil unseres Gehirns einnimmt, stellt die Grundstruktur und die Basis für unser tägliches Handeln dar. Dabei stellt sich natürlich die Frage, warum gerade das Gedächtnis und nicht beispielsweise die Motorik einen solchen Stellenwert einnimmt. Natürlich hat die Motorik einen ähnlichen Stellenwert, wie viele andere Funktionen, die durch unser Gehirn geleitet werden. Das Gedächtnis jedoch beeinflusst indirekt jede Handlung, die wir durchführen. Der Satz „Ich handele aus Erfahrung“ beschreibt diese Situation außerordentlich gut. Denn das Gedächtnis liefert uns Informationen im Alltag, die die weitere Handlung nachhaltig beeinflussen. Dazu kann man ein einfaches Beispiel betrachten. Ein kleines Kind möchte eine Straße überqueren. Die Ampel ist rot, dennoch würde das Kind die Straße überqueren, da eine Information, dass bei Rot die Straße nicht überquert werden darf nicht vorliegt. Erst nachdem man das Kind darüber informiert hat, dass das Warten auf grün wichtig ist und das rot Stopp bedeutet, würde es auch nach diesem Prinzip handeln. Diese Informationen werden in unserem Gedächtnis gespeichert und in den jeweiligen Situationen, ob bewusst oder unbewusst, abgerufen. An diesem Punkt kann man also sehr einfach erkennen, wie groß der Einfluss des Gedächtnisses auf unsere täglichen Handlungen ist. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist der hohe Stellenwert, den das Gedächtnis beim Menschen einnimmt, begründbar. Ohne das Gedächtnis würde der Mensch teilweise völlig unkontrollierte Handlungen durchführen, die ohne jeglichen Hintergrund und Informationen entstehen.

Die immer wachsende Bibliothek?

Das Gedächtnis ist nicht nur ein täglicher Begleiter unseres Handelns. Mit jedem Schritt den wir tun, mit jeder Handlung die wir durchführen, sowie natürlich auch mit jedem Blick den wir auf einen gewissen Punkt legen, wächst unser Gedächtnis mit. Sei es beim Merken von bestimmten optischen Eindrücken oder auch durch das Hören von Geräuschen. Zu jeder Zeit ist unser Gedächtnis aktiv und speichert wesentliche Informationen, die wir eventuell in späteren Situationen gebrauchen könnten. Man kann das Gedächtnis daher auch als eine Art Bibliothek betrachten, in der immer neue Bücher geschrieben und eingeordnet werden. Dabei schreiben wir selbst diese Bücher durch unsere verschiedenen Situationen in die wir uns Tag für Tag begeben. An dieser Stelle sollte man das Gedächtnis jedoch nicht mit einem Computer vergleichen. Denn das Gedächtnis ist mehr als nur ein Speicherort. Ein Computer speichert alle Informationen, die wir selbst speichern möchten. Dieser würde nie eigenständig Informationen abspeichern, die er für relevant hält, da ein Computer die Relevanz nicht einschätzen kann. Ein Gedächtnis hingegen tut dies schon. Fällt dieses Komplexem in unserem Alltag aus, so ist unser Handel stark eingeschränkt. Die schlimmste Form die es hierbei geben kann ist die Demenz. Doch auch Kopfverletzungen können zu einem akuten Verlust von Informationen führen. Es muss also nicht zwangsläufig eine Krankheit sein, die uns im Leben behindern kann. Dennoch zählt man die Demenz zu den größten Krankheiten, mit der größten Auswirkung auf den Menschen und seine Handlungsfähigkeit. Ist das Gedächtnis durch eine Krankheit betroffen sind somit zahlreiche Funktionen des Körpers automatisch mitbetroffen und verhindern ein für uns gewohntes Leben.